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Service: Interview
Dr. Elke Purpus, Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln

George Brecht, Dossier KMB

KMB Lesesaal im MAK Köln
Die Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln ist von der Schließung bedroht.

In einem Rundbrief vom 16. Juli 2010 informierten die Freunde der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln über die geplante Schließung ihrer international renommierten Dokumentationseinrichtung zur Modernen Kunst und Fotografie. Im Zuge der Konsolidierungsmaßnahmen des städtischen Haushalts wurde die KMB völlig überraschend auf die Sparliste gesetzt. Wenn der Rat der Stadt Köln dem Verwaltungsvorschlag am 7. Oktober 2010 tatsächlich zustimmt, soll die KMB geschlossen und das zu ihr gehörende Rheinische Bildarchiv dem Stadtarchiv zugeschlagen werden. Damit würde nicht nur eine Einrichtung zerschlagen, die mit einem Literaturbestand von über 400.000 Bänden und ca. 800.000 Negativen den entsprechenden Abteilungen des Museum of Modern Art in New York oder der Tate Gallery in London und der Bibliothéque Centre Pompidou in Paris ebenbürtig ist, zusätzlich würde die Bibliothek – durch die Schließung – der Öffentlichkeit entzogen. Eine solche Entscheidung würde aber auch das Ende für ein einzigartiges Serviceangebot bedeuten, das die KMB mit den Dossiers über bildende Künstler aufbaut.

Dr. Elke Purpus, die Direktorin der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln, sprach mit unserer Redaktion über Konsequenzen der geplanten Schließung der KMB.

Welche Folgen hätte die Umsetzung der geplanten Schließung für Künstler, Galeristen und Kunstwissenschaftler im Rheinland und international ?

Die Größe und Bedeutung der KMB beruht auf der der engen Verzahnung des Rheinlandes und der Stadt Köln mit der Modernen Kunst und der Fotografie nach 1945. Die KMB dokumentiert mit ihren Beständen die Geschichte der Bildenden Kunst, der bildenden Künstler im Rheinland und in Köln. Wir sammeln Bücher, Kataloge, Zeitschriften, Kleinschriften und Fotos zur Kunst und sind hier natürlich besonders eng mit dem Rheinland verbunden, denn große Teile unserer Bestände haben wir von den Künstlern selbst und von Sammlern aus nächster Nähe bekommen und das sind die Künstler und Sammler des Rheinlandes. Damit haben wir auch eine Verantwortung gegenüber dieser Geschichte des Rheinlandes. Gleichzeitig sind wir auch die Dokumentationseinrichtung für Moderne Kunst und Fotografie in Deutschland, die als herausragende Forschungseinrichtung seit 1972 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gerade in der Literaturerwerbung zur Kunst des 20./21. Jahrhunderts und der Fotografie gefördert werden. Eine Evaluierung der DFG vor ein paar Jahren hat ergeben, dass unsere Buchbebestände in diesem Sammelschwerpunkte zu 45 % Unikatbestände in Deutschland sind. D.h. wenn jemand über Moderne Kunst und Fotografie arbeiten möchte, ist er auf diese Bestände angewiesen. Bei der Recherche im artlibraries.net rangiert die KMB – trotz der heute zahlreichen, hochrangigen internationalen Partner - immer unter den Einrichtungen mit den meisten Büchern zur Modernen Kunst und Fotografie. Was die Bedeutung der KMB auch im internationalen Bibliotheksgefüge der Kunsthistorischen Forschung sehr gut veranschaulicht. Mit der KMB ist der Stadt Köln durch die überregionale Förderung und die einmaligen Bestände dieser Einrichtung eine entsprechende Verantwortung gegenüber der überregionalen deutschen und internationalen kunsthistorischen Forschung zugewachsen.

Die Idee, die KMB auf die Streichliste zu setzen, um knapp 1 Mio. € Personalkosten zu sparen, erscheint auch deswegen absurd, weil bereits der Umzug in einen Neubau geplant ist, der für das historische Archiv der Stadt Köln gebaut werden muss. An zentraler Stelle und in direkter Nachbarschaft zur Universität Köln würden dort beide Häuser optimal arbeiten, zusätzliche Synergieeffekte durch universitäre Nutzungen liegen auf der Hand. Auf Grund der Raumknappheit der KMB, die aktuell auf vier Standorte verteilt ist, können neu hinzugekommene Kunstdokumentationen wie DIE SAMMLUNG KÜNSTLERINNEN (www.museenkoeln.de/kmb/dsk), mit der über 50.000 Künstlerinnen nachgewiesen werden und die Kunstdokumentation Kittel (150.000 nachgewiesene Künstler) erst mit der Eröffnung des geplanten Neubaus öffentlich zugängig gemacht werden. Nach der Gründung im Jahre 1957, also nach über 50-jähriger Tätigkeit, hätte die KMB erstmals ein optimales Zuhause. Welcher Schaden würde für die Stadt Köln entstehen, wenn so kurz vor der Realisierung des geplanten Neubaus eine Kehrtwende durchgesetzt würde?

Der Neubau entfiele, die Bestände der Kunst- und Museumsbibliothek würden weggeschlossen. Für den Kunst- und Wissenschaftsstandort Köln ist die Kunst- und Museumsbibliothek die kunstwissenschaftliche Basiseinrichtung. Sie ist nicht nur die wissenschaftliche Arbeitsbibliothek des Wallraf-Richartz-Museums & Fondation Corboud, Museums Ludwig und des Museums für Angewandte Kunst, sondern als öffentliche Kunstbibliothek der Stadt Köln die kunstwissenschaftliche Arbeitsbasis für die gesamte bildende Kunst- und Kulturwirtschaft Kölns. In der Kunst- und Museumsbibliothek recherchieren und arbeiten täglich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kölner Museen, Galerien, Auktionshäuser, Verlage, Medien, Universitäten, Kunstmessen, Kunstschaffende und alle an bildender Kunst Interessierte. Und dies sind nicht nur Kölner, unsere Leserinnen und Leser kommen aus dem gesamten Rheinland und weit darüber hinaus. Im letzten Jahr hatte die KMB – obwohl sie eine Präsenzbibliothek ist, d.h. die Bücher vor Ort, in den Lesesälen gelesen werden müssen – eine Nutzersteigerung von ca. 10 %. Und die Bedeutung und Nutzung der Kunst- und Museumsbibliothek wird weiter zunehmen, da ihre Bestände – Moderne Kunst und Fotografie – zunehmend stärker die Forschungsscherpunkte der Kunstwissenschaft werden.

Die KMB wird seit vielen Jahren von Einzelpersonen, Galeristen und Sammlern unterstützt, sie haben viele auch internationale Kooperationspartner. Der KMB werden Nachlässe anvertraut, Nutzer sammeln für sie Kleinschriften, wertvolle Dokumente wurden und werden Ihnen anvertraut. Welche Verpflichtungen hat die KMB gegenüber diesen langjährigen Partnern und Unterstützern?

Ja, wir können uns über eine große Unterstützung freuen, ohne die wir heute auch nicht die Bedeutung, die Bestände hätten, die die Kunst- und Museumsbibliothek ausmachen. Die Bücher, Zeitschriften, Kleinschriften, Fotos, wertvollen Dokumente werden uns immer anvertraut mit dem Auftrag, sie zu bewahren, zu erschließen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Welche Unterstützung wünschen Sie sich kurzfristig?

Der Freundesverein der Kunst- und Museumsbibliothek sammelt z.Z. offene Briefe, Stellungnahmen, wie auch Unterschriften gegen die Schließung der Kunst- und Museumsbibliothek, um sie dann den Politikern gebündelt zu übergeben. Denn letztendlich entscheidet am 7. Oktober 2010 die Politik darüber, ob die Kunst- und Museumsbibliothek wirklich geschlossen werden soll. Momentan befindet sich eine Homepage des Freundesvereins im Aufbau, über die dann auch die Unterschriftenlisten herunterladbar und die offenen Briefe einsehbar sind.

Das Gespräch mit Dr. Elke Purpus führte Tom Koesel.


Download der Unterschriftenlisten